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Friedrich Forssman
Schloßteichstraße 3
34131 Kassel
mail@kassel-mulang.de

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Der Simson Supra von Dr. Helmuth Greger, um 1925. Siehe im Kapitel Villenkolonie den Eintrag zur Wigandstraße 4.*MA


Dr. Ludwig Greger, Sohn von Helmuth Greger, 20er Jahre.*1

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Offizielles Renn-Programm für das Herkules-Bergring-Rennen am Sonntag, dem 22. August 1954. – Auf das Bild klicken für ein PDF des DIN-A5-großen 40seitigen Heftes mit vielen Anzeigen von Firmen aus Kassel sowie von Auto- und Motorrad-Herstellern.*MA

Das Herkules-Bergrennen

»Erstmals ausgetragen wurde der heutige Herkules-Bergpreis von 1923 bis 1927 unter dem Namen Herkules-Bergrennen. Auf der Rennstrecke vom Gutshof über Schloss Wilhelmshöhe, Aquädukt und Kaskadenrestaurant hinauf zum Herkules, die im oberen Teil unbefestigt war und eine Steigung von fast 18 Prozent aufwies, starteten bekannte Fahrer wie Rudolf Caracciola, Carl Jörns, Karl Kappler oder Adolf Rosenberger.
  Von 1951 bis 1954 wurde das Herkules-Bergrennen als Herkules-Bergring-Rennen wiederbelebt. Bis zu 80.000 Zuschauer verfolgten die reinen Motorradrennen auf einem 4,3 km langen Rundkurs durch den Bergpark Wilhelmshöhe
« (Text von der Wikipedia-Seite »Herkules-Bergpreis«).

Im Januar 2020 brachte mir Dr. Helmuth Greger, Kurarzt und Urenkel des Klinikgründers Ludwig Greger (siehe Villenkolonie Mulang / Burgfeldstraße 17 sowie Kurort Wilhelmshöhe / Klinik Dr.Greger) einige Glas-Diapositive aus dem Familienarchiv zum Scannen für diese Website.

Im Folgenden zunächst die Fotos von einem Rennen aus dem 1920er Jahren (die meisten wohl von Carl Eberth, einige offenbar bislang unveröffentlicht), danach einige weitere Aufotofos aus dem Familienarchiv (ebenfalls von Glaspositiven gescannt).

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Ein »Ziel« auf dem Kasseler Friedrichsplatz. Die fünf Rennen in den 1920er Jahren begannen auf der Höhe der Wilhelmshöher Domäne unterhalb des Schlosses und endeten am Herkules-Oktogon. Was für ein Ziel wir also auf dem Bild sehen, muß ich noch herausfinden – dasjenige einer Schaufahrt vor oder nach dem Rennen? – Ganz links das Rote Palais (dessen Portal erhalten ist), dahinter das Fridericianum. Rechts das alte Preußische Staatstheater, nach mittelschweren Kriegsschäden in den 1950er Jahren abgerissen.*1


Die Sportleitung in der Opernstraße. Dort fand die Abnahme der Wagen statt. Heute ist das Eckhaus zum Platz (hinter dem Transparente »Sportleitung«) der Kaufhof. Christian Presche schreibt zu dem Foto: »Das Kaufhaus Tietz am Opernplatz, die Bäume des Friedrichsplatzes im Hintergrund, das Wohn- und Geschäftshaus Opernstraße 3, der Flachbau Nr. 5, der Hof Nr. 7 (mit Durchblick auf Königsstraße 29) und rechts angeschnitten das Haus Opernstraße 9 sind leicht zu erkennen - links der Erker gehört noch zu Nr.2 (aufgenommen müßte es aus Nr.6 sein). Gute Aufnahmen der Opernstraße sind eine Seltenheit, und der Anlaß macht das Bild nochmals interessanter. Gibt es dazu eine Datierung? In Nr.9 finde ich das Damen-Haarpflegehaus Chr. Knüppel erstmals im Adreßbuch für 1926, demnach 1925 eingezogen; in Nr. 3 kann ich leider nicht viel lesen, aber dort kamen zur Gastwirtschaft (›zum Feinschmecker‹ - linke Hälfte?), zur Parfümerie Junghenn und zur Kinderwagenhandlung Kaufmann 1926 noch hinzu: Crefelder Seidenhaus Aretz & Co und Kunsthaus Messing (erstmals im Adreßbuch für 1927).«*1


1926: Hans von Opel beim Sportwagenrennen; er fuhr auch im Rennwagen-Rennen am selben Tag, das er gewann. – Die Aufnahme ist dem Marstall und dem Schloßhotel Wilhelmshöhe entstanden.*1


Anke Rückwarth: »1927: Karl Kappler im Bugatti T 35 C. Zweiter in der Rennwagenklasse nach Adolf Rosenberger«. Nach Auskunft von Gregor Schulz, Redakteur der »Oldtimer Markt« ist der zweite Herr von links »der damalige Mercedes-Vertreter Emil Apell, Rennleiter am Herkules.« – Und nach dem »International Bugatti Register« ist der Wagen bis heute fahrbereit.*1


Gregor Schulz: »Startnummer 45 ist ein Austro-Daimler.« – Anke Rückwarth: »1926 nahmen drei Austro Daimler in der Tourenwagenklasse bis 3000ccm teil: Deilmann aus
Dortmund, Heidelberg aus Kassel, Umé aus Köln. Das passt leider alles nicht zum Kennzeichen IS = Hannover. 1927 nahm Heidelberg ebenfalls teil.
«*1


Gregor Schulz: »10 ist ein Simson Supra.« – Anke Rückwarth: »1925: Karl Kappler auf Simson Supra – erster Platz Tourenwagenklasse bis 8 PS.«*1


Gregor Schulz: »Das ist ein fast bis zu Unkenntlichkeit umgebauter Simson Supra, der auch andernorts in der Region am Start war.« – Anke Rückwarth: »1926: Karl Kappler im Simson Supra SS: schnellste Zeit in der Rennwagenklasse bis 3000ccm.«*1


Beim Start an der Wilhelmshöher Domäne.*1 – Gregor Schulz: »Das Bild von Benz-Tropfen-Rennwagen Typ RH ist ein anderes als das bisher bekannte! – Adolf Rosenberger siegte 1924. Meines Wissens nach der erste Sieg eines Rennwagen mit Mittelmotor überhaupt und somit automobilhistorisch höchst bedeutsam! – Adolf Rosenberger war übrigens später Finanzier von Porsche. Da er Jude war, musste er seine Anteile nach 1933 abgeben. Er ging später in die USA, wo er in den 60ern starb.« – Anke Rückwarth: »24. Mai 1925: Adolf Rosenberger auf Benz Tropfenwagen Typ RH. Sieger aller Klassen in neuer Rekordzeit.«


Zweiter von links wieder Emil Apell. – Anke Rückwarth: »1924?
28/95-Tourenwagen. Kennzeichen IZ = Rheinprovinz
«.*1


Gregor Schulz: »Hier handelt es sich um einen Werkseinsatz von Mercedes, zu erkennen an der Stuttgarter Zulassung des Autos.« – Anke Rückwarth: »1927: Adolf Rosenberger auf Mercedes Grand Prix 1914. Schnellste Zeit in der Rennwagenklasse – Links, stehend, mit Schirmmütze und Krawatte wieder Emil Apell.*1


Gregor Schulz: »Rudolf Caracciola am Anfang seiner Karriere. Später wurde er erfolgreichster Grand-Prix-Rennfahrer der 1930er (dreifacher Europameister). Von 1938 bis 2017 (!) hielt er den Weltrekord für die höchste jemals auf einer öffentlichen Straße gemessene Geschwindigkeit: 432,7 km/h. Der Wahlschweizer Caracciola starb 1958 in Kassel, wo er in den Städtischen Kliniken behandelt wurde.« – Anke Rückwarth: »1926: Rudolf Caracciola im Mercedes 24/100/140 Kompressor. Klassensieg in der Klasse bis 8000 ccm.«*1


Herr Dieter Dressel mailt mir zu diesem Bild das folgende: »Das Foto zeigt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit den Mercedes 24/100/140 PS Kompressorwagen des Rittergutsbesitzers Adolf Georg Schwengers (Rittergut Kalbsburg bei Fritzlar), der 1924 und 1925 neben anderen Rennen auf Mercedes auch beim Herkules-Bergrennen  erfolgreich war. Allerdings ist er dort nicht mit diesem Wagen, der sich dafür wohl nicht eignete (zu lang, zu schwer ...), sondern mit einem 28/95 PS Mercedes gefahren. Wahrscheinlich war dies hier sein ›Privatwagen‹.«*1


Herkules-Rennen-Zuschauer auf passendem Sitzplatz? (Wo aufgenommen?)*1 – Gregor Schulz schreibt zu den Wagen: »Das sind beides Opel, hinten wohl ein 4/20, gebaut ab 1927. Zu erkennen an der Kühlerform, dem sogenannten ›Packard-Kühler‹. Das vordere ist ein größeres Modell, denn nur die hatten sechs Radschrauben. Ich tippe auf einen 10/40 PS, gebaut 1927–29.«

(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)

Weitere Automobil-Glas-Diapositive aus dem Familienarchiv Greger

Gregor Schulz schreibt: »Bei beiden Autos auf den vier Fotos handelt es sich um NAG. Zu erkennen an der kreisrunden Kühleröffnung.« – Hier klicken für den Wikipedia-Artikel zur Firma »Neue Automobil-Gesellschaft«.


Motorwagen neben dem Oktogon, ca.1910. Die Herren tun so, als ob der Wagen dahinraste; die Haltung der Dame und die Schärfe der Holzspeichen behaupten anderes.*1

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1910er Jahre – wer weiß, wo das Bild aufgenommen wurde?*1


1910er Jahre.*1


1910er Jahre.*1

(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)

Dank an
Dr.Helmuth Greger
Gregor Schulz

Nachweise
*MA Mulang-Archiv: Friedrich Forssman und Cornelia Feyll
*1 Familienarchiv Greger